„Eine lesbisch-queere Utopie?!" – das Buch von M.A. Seewald über eine Gemeinschaft auf Lesbos und feministische Zukünfte
Eine soziologische Studie über eine lesbisch-queere Gemeinschaft auf der griechischen Insel Lesbos.

Im Juni 2026 veröffentlichte der deutsche Wissenschaftsverlag transcript das Buch A Lesbian Queer Utopia?! An Empirical Research on the Island of Lesvos. Es wurde von M.A. Seewald verfasst – einer Forscherin, Dozentin und Künstlerin. Das Buch erschien auf Englisch.
Lesbos ist eine griechische Insel in der Ägäis. Auf ihr wurde Sappho geboren – eine Dichterin des antiken Griechenland, die über die Liebe zwischen Frauen schrieb. Die Wörter „Lesbe" und „sapphisch" leiten sich von dieser Insel und dieser Dichterin ab. Seit den 1980er Jahren ist Lesbos – vor allem das Dorf Skala Eressos – zu einem regelmäßigen Treffpunkt lesbischer Frauen aus aller Welt geworden. Im Laufe der Zeit hat sich dort eine dauerhafte lesbisch-queere Gemeinschaft gebildet.
Die zentrale Frage des Buches lautet: Wie entstehen in einer real existierenden Gemeinschaft Räume für andere Formen des Zusammenlebens, und wie erhält sich die Hoffnung auf Wandel, ohne in Idealisierung zu verfallen? Seewald stützt sich auf das Konzept der „realen Utopien" – funktionierende soziale Alternativen, die innerhalb des bestehenden Systems existieren, keine imaginierten Idealgesellschaften. Diese Räume untersucht die Autorin außerdem durch Michel Foucaults Begriff der Heterotopien: Orte, an denen andere soziale Regeln gelten als in der umgebenden Gesellschaft.
Die Forschung verbindet soziologische Analyse, queer-feministische Theorie und ethnografischen Ansatz. Seewald untersucht, wie das kollektive Leben der Gemeinschaft auf Lesbos organisiert ist, was seine Grenzen bestimmt und warum solche Räume fragil bleiben. Das Buch stellt eine übergreifende Frage: Was können patriarchale Gesellschaften lernen, wenn sie lesbisch-queere Utopien beobachten?
M.A. Seewald arbeitet an der Schnittstelle von Soziologie, queer-feministischer Theorie, Lesbian Studies und Ethnografie. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen reale Utopien, heterotopische Räume und gemeinschaftsbasierte soziale Transformation. Neben ihrer akademischen Arbeit leitet sie die internationale Kunstkampagne ANDERSRUMportrait, die sich durch öffentliche Kunst für LGBT-Rechte einsetzt und Diskriminierung entgegenwirkt.
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