\"Trans-Geographien der Freude\" — das Buch von Elias Capello über die Trans-Gemeinschaft in Atlanta

Ethnografie der Trans-Gemeinschaft in Atlanta — Widerstand gegen Rassismus und Transphobie.

\"Trans-Geographien der Freude\" — das Buch von Elias Capello über die Trans-Gemeinschaft in Atlanta

Im Juni 2026 veröffentlichte NYU Press das Buch “Trans Geographies of Joy: Building Community in Atlanta” auf Englisch. Der Autor ist Elias Capello, Professor für Anthropologie am Liberal Arts Department des Savannah College of Art and Design (SCAD) in Atlanta. Er promovierte 2021 in Anthropologie an der University of Massachusetts Amherst. Seine Forschung konzentriert sich auf Trans-Gemeinschaften und queeren Aktivismus im amerikanischen Tiefen Süden und stützt sich auf feministische, dekoloniale und queere Theorierahmen.

Das Buch ist eine engagierte Ethnografie. Ethnografie ist eine anthropologische Forschungsmethode, bei der der Forscher eine Gemeinschaft von innen heraus über einen längeren Zeitraum durch Beobachtung, Interviews und persönliche Teilnahme am Gemeinschaftsleben erforscht. Capello dokumentiert die Geschichten und das Organisationsengagement von Trans-Aktivistinnen und -Aktivisten in Atlanta, insbesondere Schwarzer und lateinamerikanischer Trans-Personen, die sich den Überschneidungen von White Supremacy und Transphobie im Kontext des amerikanischen Tiefen Südens entgegenstellen.

Eines der zentralen Argumente des Buches ist, dass Kolonialismus, White Supremacy und Cisnormativität durch Scham miteinander verbunden sind. Cisgender bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Capello zeigt, wie sich die Cisgender-Kultur in Weißsein einschreibt und Narrative konstruiert, die cisgender Leben bevorzugen und Trans-Existenz an den Rand drängen.

Anstatt Trauma und Leid in den Vordergrund zu stellen, legt Capello bewusst den Fokus auf Freude, Sicherheit und Gedeihen. Das Buch beschreibt, wie Aktivistinnen und Aktivisten Kunst, Räume und Gemeinschaften auf der Grundlage kollektiver Fürsorge schaffen. Für die Forschung verwendete der Autor ethnografische Interviews, teilnehmende Beobachtung, partizipatives Kartieren und Autoethnografie — eine Methode, bei der der Forscher die eigene Erfahrung als Teil des wissenschaftlichen Materials reflektiert.

Das Buch trägt zu einer wachsenden akademischen Diskussion darüber bei, wie Rasse, Geschlecht und Klasse unter Bedingungen systemischer Unterdrückung zusammenwirken. Es bietet eine Perspektive nicht nur auf die Politik des Überlebens, sondern auch auf die Politik der Gestaltung — darauf, wie Trans-Personen ein lebenswertes Leben in einem oft feindseligen sozialen Umfeld aufbauen.

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