Das vom ghanaischen Parlament verabschiedete Gesetz zur Kriminalisierung der LGBT-Identität wartet auf die Unterschrift des Präsidenten
Am 29. Mai 2026 verabschiedete das ghanaische Parlament den Gesetzentwurf über sexuelle Menschenrechte und Familienwerte. Das Gesetz sieht bis zu drei Jahre Gefängnis für Personen vor, die sich als LGBTQI+ identifizieren, sowie drei bis fünf Jahre für Personen, die nach Ansicht der Behörden LGBTQI+-Menschen fördern oder unterstützen. Das Gesetz wartet nun auf die Unterschrift von Präsident John Dramani Mahama.
In einem Interview mit Inter Press Service erklärte Leila Lariba, Geschäftsführerin der Organisation One Love Sisters Ghana, die LGBTQI+-Muslime im Land unterstützt, dass die Organisation seit der Verabschiedung des Gesetzentwurfs einen Anstieg der Meldungen über Erpressung, Zwangsräumungen, Ablehnung durch Familien, psychische Krisen, Online-Belästigungen und Diskriminierung am Arbeitsplatz verzeichnet. Sie wies darauf hin, dass einige Menschen aus Angst vor Verfolgung aufgehört haben, medizinische, rechtliche und psychosoziale Hilfe zu suchen.
Ein ähnlicher Gesetzentwurf war 2024 vom ghanaischen Parlament verabschiedet worden, doch der damalige Präsident Nana Akufo-Addo hatte seine Unterschrift verweigert. Die Annahme des neuen Gesetzes stellt Ghana in eine Reihe mit mehreren anderen westafrikanischen Staaten — Burkina Faso, Mali, Niger und Senegal —, die ebenfalls kürzlich Gesetze verabschiedet haben, die die Rechte von LGBTQI+-Personen einschränken.
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