Moskauer Gericht verhängt gegen Telegram eine Geldstrafe von 3,5 Millionen Rubel wegen Weigerung, Anime-Beiträge mit LGBT-Inhalten zu entfernen

Am 30. Juni 2026 verhängte das Khamovnichesky-Bezirksgericht Moskau gegen Telegram Messenger Inc. eine Geldstrafe von 3,5 Millionen Rubel, weil das Unternehmen es abgelehnt hatte, Inhalte zu entfernen, die der russische Medienregulator Roskomnadzor (RKN) als „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" eingestuft hatte.

Laut Parni+ war der Anlass für die Strafe zwei Beiträge in Anime-Kanälen mit gezeichneten weiblichen Figuren, die sich küssten. Roskomnadzor hatte diese Beiträge im Februar und Mai 2026 identifiziert: einen im Kanal „Tyanki kak zhizn|Anime Arts|Anime Edits" (815 Abonnenten), den anderen im Kanal „Anime Tyanki | Anime Arts | Pics 18+" (über 6.500 Abonnenten). Der Regulator war der Auffassung, dass Telegram verpflichtet gewesen wäre, diese Inhalte eigenständig zu erkennen und zu sperren.

Die Geldstrafe wurde gemäß Artikel 13.50 des Gesetzbuchs über Ordnungswidrigkeiten der Russischen Föderation verhängt — „Nichterfüllung der Pflichten des Eigentümers eines sozialen Netzwerks". Am selben Tag wurden identische Strafen auch gegen Likeme Pte. Ltd, Twitch Interactive, Inc. und Pinterest Inc. verhängt.

Dies ist nicht die erste derartige Geldstrafe für den Messenger: Im Februar 2026 war Telegram bereits mit 7 Millionen Rubel bestraft worden, weil er sich in ähnlicher Weise geweigert hatte, den Anforderungen von Roskomnadzor nachzukommen.