Massenverhaftungen von LGBT-Personen im Niger nach Verbot gleichgeschlechtlicher Beziehungen
Im afrikanischen Staat Niger haben Massenverhaftungen von LGBT-Personen begonnen. Laut Quellen, auf die sich PinkNews beruft, wurden bis zu 40 Personen in dem Land festgenommen, darunter hochrangige Militär- und Regierungsbeamte. Die Justizbehörden haben die Festnahme von mindestens 16 Männern bestätigt.
Die Festnahmen erfolgen im Rahmen eines neuen Strafgesetzbuches, das im Februar verabschiedet wurde und im Sommer 2026 in Kraft trat. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes hat das Gesetz Homosexualität ausdrücklich kriminalisiert. Nach der neuen Gesetzgebung werden “unanständige Handlungen” und gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen mit fünf bis zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe bestraft. Die Eingehung einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder die Gründung von LGBT-Organisationen kann mit bis zu 20 Jahren Gefängnis geahndet werden.
Organisationen, die sich mit HIV-Prävention und der Unterstützung der Bevölkerung befassen, berichten, dass die aktuelle Situation die Menschen dazu zwingt, sich zu verstecken. Infolgedessen verlieren Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft den Zugang zu Kondomen, Tests und der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP), was bei Menschenrechtsverteidigern und medizinischem Personal große Besorgnis erregt.
Im Jahr 2023 kam General Abdourahamane Tiani nach einem Militärputsch im Niger an die Macht. Seine Regierung verfolgt einen Kurs der Verteidigung traditioneller Werte und kritisiert den westlichen Einfluss. Ende Juni 2026 stimmte der Niger zudem gegen eine politische UN-Erklärung zu HIV/AIDS.