Umfrage: Transgender-Personen werden in Großbritannien schlechter behandelt als in der Türkei und Südafrika
Der Bericht „LGBT+ Pride 2026“ des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, dass sich die Akzeptanz von LGBT-Personen in den meisten Ländern zwar stabilisiert hat, die Unterstützung für Transgender-Personen jedoch zurückgeht.
An der Studie nahmen mehr als 19.000 Menschen aus 26 Ländern teil. Laut Ipsos erreichte die Unterstützung für die LGBT-Community im Jahr 2021 ihren Höhepunkt, wonach die Menschen in einer Reihe von Fragen konservativer wurden. Dies betrifft insbesondere die Teilnahme von Trans-Frauen an weiblichen Sportwettbewerben: Während im Jahr 2021 noch 32 % der Befragten diese Idee unterstützten, waren es im Jahr 2026 nur noch 22 %.
Weltweit stimmen 65 % der Befragten zu, dass Trans-Personen Diskriminierung erfahren, aber nur 47 % sind bereit, ihnen die Nutzung von Toiletten entsprechend ihrer Geschlechtsidentität zu erlauben.
Großbritannien wies im Vergleich zu anderen Ländern ein niedriges Maß an Unterstützung für Trans-Personen auf. Nur 30 % der Briten sind bereit, Trans-Personen die Nutzung der ihrem Geschlecht entsprechenden Toiletten zu gestatten, während 53 % strikt dagegen sind. Zum Vergleich: In der Türkei sind 44 % der Befragten dagegen. Darüber hinaus lehnen 51 % der Briten die Einführung einer dritten Geschlechtsangabe im Reisepass ab, verglichen mit 41 % in der Türkei.
Thailand erwies sich als das inklusivste Land gegenüber Trans-Personen – es ist das einzige Land, in dem die Unterstützung für Trans-Sportler (44 %) die Ablehnung (26 %) übersteigt. In Südafrika, dem einzigen afrikanischen Land in der Studie, waren die Stimmen gleichmäßig verteilt: 38 % dafür und 38 % dagegen. In den meisten Ländern Europas und Amerikas sowie in Australien und Südkorea überwiegt die Ablehnung der Teilnahme von Trans-Personen am Sport.
Die Unterstützung für die gleichgeschlechtliche Ehe bleibt insgesamt hoch (durchschnittlich 53 % der Befragten befürworten die Ehe und 13 % eingetragene Partnerschaften). In der Türkei und in Singapur spricht sich jedoch die Mehrheit gegen die Ehe für alle aus. Gleichzeitig überwiegt in Ländern wie Ungarn und Polen die Unterstützung für die Legalisierung von Lebenspartnerschaften: In Polen befürworten 33 % die Ehe und 30 % Partnerschaften, in Ungarn sind es 41 % bzw. 18 %.