Niger kriminalisiert als erstes Land der Welt Asexualität

Die Militärregierung von Niger hat ein neues Strafgesetzbuch erlassen, das schwere Haftstrafen für gleichgeschlechtliche Beziehungen und jegliche Zugehörigkeit zur LGBT-Community einführt. Zum ersten Mal in der weltweiten Praxis verbietet das Gesetz ausdrücklich “asexuelle Praktiken”.

Laut dem Text des neuen Gesetzes drohen Personen, die für schuldig befunden werden, “eine unanständige oder unnatürliche Handlung oder lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, queere, intersexuelle oder asexuelle (LGBTQIA+) Praktiken” begangen oder versucht zu haben, 5 bis 10 Jahre Gefängnis. Darüber hinaus sind hohe Geldstrafen in Höhe von 10 bis 100 Millionen CFA-Francs (etwa 17.000 bis 170.000 US-Dollar) vorgesehen.

Das Gesetz kriminalisiert auch gleichgeschlechtliche Ehen und sieht dafür 10 bis 20 Jahre Gefängnis vor. Die gleiche Strafe erwartet jeden, der die Aktivitäten von Organisationen leitet, finanziert oder sich daran beteiligt, die die LGBT-Community unterstützen. Zuvor galten gleichgeschlechtliche Beziehungen in dem mehrheitlich muslimischen Land nicht als Straftat, obwohl sie ein Tabuthema blieben. Wie RFI berichtet, trat das neue Gesetz unbemerkt in Kraft, und das weitreichende Vorgehen wurde erst nach Medienberichten bekannt.