71 Männer im Senegal unter neuem Gesetz wegen Homosexualität festgenommen
Am 7. August bestätigte die senegalesische Staatsanwaltschaft die Festnahme von 71 Männern wegen „widernatürlicher Handlungen“. Die Anklagen gegen 28 weitere Personen wurden fallengelassen. Laut PinkNews sind diese Verhaftungen Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen LGBT-Personen infolge der Verschärfung der Gesetzgebung des Landes.
Unter den Verhafteten befanden sich auch lokale Prominente, die zunächst nicht nur homosexueller Kontakte, sondern auch der vorsätzlichen Übertragung von HIV verdächtigt wurden. Die mit der Infektion zusammenhängenden Anklagen wurden jedoch später abgewiesen. Menschenrechtsverteidiger, darunter die Forscherin von Human Rights Watch Larissa Kojoué, weisen darauf hin, dass die neuen Maßnahmen zu einem Klima der ständigen Angst unter LGBT-Personen geführt haben, da die Polizei nun die volle Unterstützung des Staatsapparats genießt.
Das neue Gesetz, das im März 2026 von Präsident Bassirou Diomaye Faye unterzeichnet wurde, erhöhte die Höchststrafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen von fünf auf zehn Jahre Gefängnis. Darüber hinaus wird die „Förderung“ oder „Finanzierung“ von Homosexualität mit drei bis sieben Jahren Gefängnis bestraft. Das erste Urteil nach den strengeren Regeln wurde im April in einem Vorort von Dakar gefällt, wo ein 24-jähriger Mann zu sechs Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 3.300 US-Dollar verurteilt wurde. Der Senegal ist ein mehrheitlich muslimisches Land in Westafrika, in dem gleichgeschlechtliche Beziehungen historisch als „widernatürliche Handlungen“ kriminalisiert werden.


