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Geschichtszentrum des Orange County in Florida beleuchtet die Wurzeln der LGBTQ+-Gemeinschaft von Orlando

Vortrag zur Geschichte der LGBTQ+-Gemeinschaft im Regionalen Geschichtszentrum des Orange County in Orlando, Florida. Foto von Ana Ferreira Lizama
Vortrag zur Geschichte der LGBTQ+-Gemeinschaft im Regionalen Geschichtszentrum des Orange County in Orlando, Florida. Foto von Ana Ferreira Lizama

Am Freitag, dem 2. Oktober 2026, veranstaltete das Regionale Geschichtszentrum des Orange County im US-amerikanischen Orlando (Bundesstaat Florida) einen öffentlichen Vortrag im Format Lunch & Learn, der der Geschichte und den Meilensteinen der LGBTQ+-Gemeinschaft in Zentralflorida gewidmet war. Wie das Regionalmedium Watermark Out News berichtet, präsentierte Cheyenne Stastyshyn, Koordinatorin für Bildungsprogramme des Museums, einen chronologischen Bogen von den Traditionen indigener Völker über staatliche Säuberungen im Kalten Krieg bis hin zur Entstehung der modernen Pride-Bewegung in Orlando.

Die Präsentation setzte in der Zeit vor der europäischen Kolonisierung an, lange bevor Florida den Status eines US-Bundesstaates erlangte. Stastyshyn betonte, dass in den indigenen Gesellschaften Nordamerikas Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität nicht den europäischen binären Schemata entsprachen. Europäische Siedler verwendeten später den Begriff „Hermaphroditen“, um Personen zu bezeichnen, die diesen Normen nicht entsprachen. In vielen indigenen Gemeinschaften übernahmen solche Persönlichkeiten jedoch bedeutende spirituelle Funktionen als Heiler, Mittler zur Geisterwelt und Berater von Stammesführern.

Besondere Aufmerksamkeit widmete die Referentin dem Fall von Hiram E. Calder aus Orlando. Im Jahr 1914 dokumentierte der Arzt Dr. Calvin D. Christ im Armenhaus des Orange County, dass der 64-jährige Calder bei seiner Geburt als Mädchen namens Hanna eingetragen worden war. Der 1850 in Maryland geborene Calder war im Erwachsenenalter nach Florida gezogen, betrieb einen bekannten Herrenfriseursalon und lebte über viele Jahre mit seiner Ehefrau Sarah zusammen, ohne dass seine männliche Identität je hinterfragt worden wäre. Zeitungsberichte aus dem Jahr 1884 hielten fest, dass er sich bereits in jungen Jahren wegen seiner Geschlechtsidentität an Mediziner gewandt hatte, doch das Bekanntwerden des Falls 1914 erregte in der Region großes Aufsehen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die behördliche Verfolgung in den 1950er-Jahren. Im Jahr 1956 rief die Legislative Floridas den Staatlichen Untersuchungsausschuss ins Leben (bekannt als „Johns-Komitee“), der unter dem Vorwand der Kommunistenjagd systematische Säuberungen an öffentlichen Hochschulen vornahm. Die Ermittler setzten aggressive Verhörmethoden ein, erpressten Geständnisse und zwangen Betroffene, Namen anderer Homosexueller zu nennen. Infolge dieser Maßnahmen verloren über 100 Professoren ihre Anstellung und mehr als 400 Studierende wurden exmatrikuliert oder zum Studienabbruch gezwungen.

Nach den Stonewall-Aufständen von 1969 in New York wuchs auch in Zentralflorida das Gefühl der Solidarität. Lokale Unternehmer gründeten die informelle Vereinigung Gay and Lesbian Gang, um erste sichere Treffpunkte und Lokale zu schaffen. Ab den 1970er-Jahren etablierten sich großangelegte Picknicks, insbesondere im Bill Frederick Park am Turkey Lake, die Geselligkeit mit präventiver Gesundheitsversorgung und Bürgerrechtsaufklärung verbanden. Die Teilnehmenden der Veranstaltung hoben hervor, dass die Pflege dieser historischen Quellen die lange und kontinuierliche Verwurzelung von LGBTQ+-Personen in der Region verdeutlicht.

Das Regionale Geschichtszentrum des Orange County (Orange County Regional History Center) ist ein Geschichtsmuseum im historischen Gerichtsgebäude von 1927 in der Innenstadt von Orlando. Die von der American Alliance of Museums akkreditierte Einrichtung erforscht und bewahrt das kulturelle Erbe Zentralfloridas durch Dauerausstellungen, Archivbestände und öffentliche Bildungsprojekte.

Zuvor berichtete Urania über Entwicklungen rund um die Rechte von LGBTQ+-Personen in Florida, darunter über das Hissen der Regenbogenflagge und die Feierlichkeiten im Rahmen des Pride-Festivals in der Stadt St. Petersburg.

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