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New York Public Library nimmt Archiv der traditionsreichen HIV- und LGBT-Organisation GMHC in Sondersammlungen auf

Hauptgebäude der New York Public Library (Stephen A. Schwarzman Building) an der Fifth Avenue in Manhattan. Foto: [Bestbudbrian / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:N.Y._Public_Library_-_Schwarzman_Bldg._-_exterior.jpg) (CC BY-SA 3.0)
Hauptgebäude der New York Public Library (Stephen A. Schwarzman Building) an der Fifth Avenue in Manhattan. Foto: [Bestbudbrian / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:N.Y._Public_Library_-_Schwarzman_Bldg._-_exterior.jpg) (CC BY-SA 3.0)

Im Oktober 2026 hat die New York Public Library (NYPL) das Zeitzeugenarchiv GMHC Stories Collection in ihre Sondersammlungen aufgenommen. Der Bestand dokumentiert die Geschichte und die Hilfsprogramme der Organisation Gay Men’s Health Crisis (GMHC) — der weltweit ältesten gemeinnützigen Selbsthilfe- und Betreuungsorganisation für Menschen mit HIV und Aids, die 1982 zu Beginn der Epidemie von schwulen Aktivisten in New York gegründet wurde.

Wie das US-Medium Gay City News berichtet, fand Anfang Oktober im Graduate Center der City University of New York (CUNY) eine Veranstaltung zur Vorstellung des Archivs und ein Treffen langjähriger Weggefährten statt. Ausgerichtet wurde der Abend vom Public Science Project der CUNY und dem Fachbereich für Frauen-, Geschlechter- und Sexualitätsforschung der Binghamton University. Geleitet wurde das Oral-History-Projekt von Sean Massey, außerordentlicher Professor an der Binghamton University und Ende der 1980er sowie in den 1990er Jahren selbst ehrenamtlicher Helfer und Mitarbeiter von GMHC. Zum Forschungsteam gehörten zudem die Historikerin Julia Haager von der Western Carolina University sowie die studentischen Forscher Casey Adrian und Eden Lowinger. Über mehrere Jahre hinweg zeichnete das Team mehr als 100 ausführliche Video- und Audiointerviews mit ehemaligen Freiwilligen, Beschäftigten und Förderern auf und sicherte historische Informationsbroschüren sowie Verwaltungsdokumente.

Zahlreiche frühere Helfer, Forschende und Historiker der queeren Bürgerrechtsbewegung nahmen an der Zusammenkunft teil, darunter der Arzt und Autor Larry Mass, einer der Mitgründer von GMHC, sowie der bekannte Historiker Jonathan Ned Katz. Die Anwesenden betonten, dass die Sammlung die unmittelbare Erfahrung engagierter Bürger festhält, die angesichts von Angst, Stigmatisierung und jahrelanger Untätigkeit staatlicher Institutionen eigenständig Hilfsstrukturen, häusliche Pflege, gesundheitliche Aufklärung und Rechtsbeistand aufbauten. Das vollständige Archiv wird in der Handschriften- und Archivabteilung der Bibliothek verwahrt, digitale Materialien sind auf gmhcstories.com öffentlich einsehbar.

Gedenktafel am Gebäude 318 West 22nd Street in New York, dem ersten ständigen Sitz von GMHC von 1982 bis 1984. Foto: Gareth Watkins / Wikimedia Commons (CC0)

Gay Men’s Health Crisis (GMHC) wurde im Januar 1982 in der New Yorker Wohnung des Autors Larry Kramer ins Leben gerufen, nachdem erste Berichte über seltene Krebs- und Immunerkrankungen bei jungen schwulen Männern bekannt geworden waren. Zu den Mitbegründern zählten Nathan Fain, Larry Kramer, Lawrence Mass, Paul Popham, Paul Rapoport und Edmund White. Weil staatliche Fürsorge fehlte, richtete die Gruppe die erste Aids-Notrufnummer der USA ein, schuf ein ehrenamtliches Buddy-Betreuungsprogramm für Schwerkranke, verteilte erste Aufklärungsmaterialien zu Safer Sex und leistete rechtlichen Beistand.

Zuvor berichtete „Uránia“ über das 25-jährige Bestehen des Oral-History-Projekts der Bewegung ACT UP in New York, dessen Initiatoren knapp 200 Videointerviews mit Akteuren der Aids-Bewegung aus den 1980er und 1990er Jahren gesichert haben.

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