Publishing Triangle zeichnet in New York die wichtigsten LGBTQ+-Bücher des Jahres 2025 aus
Bei der 38. Preisverleihung des Publishing Triangle an der New School in New York wurden die wichtigsten LGBTQ+-Bücher des Jahres 2025 sowie Autorinnen und Autoren, Lektorinnen und Lektoren und kulturelle Institutionen der queeren Literatur ausgezeichnet. Wie Gay City News schreibt, stand der Abend unter der Idee, dass jedes solche Buch heute auch ein Akt des Widerstands sein kann.
Die Organisation gab offiziell die Siegerinnen und Sieger in zehn Wettbewerbskategorien bekannt. Sonderauszeichnungen gingen an den Autor und Aktivisten Chrystos für das Lebenswerk, an die Lektorin und Verlegerin Amy Scholder für Führungsstärke, an das New Yorker Theater TOSOS mit dem Torchbearer Award sowie an Mariah Rigg als neue markante Stimme der queeren Literatur.
Auch die Siegerbücher selbst waren sehr unterschiedlich. „Dürre“ (Drought) von Scott Alexander Hess erzählt von einem zurückgezogenen Mann, der nach dem Tod seines Onkels auf eine Tabakfarm in Kentucky kommt und ein altes Verbrechen freilegt. „Einsame Menschenmengen“ (Lonely Crowds) von Stephanie Wambugu ist ein Roman über die lange Freundschaft zweier junger Frauen, die aus kargen und emotional kalten Kindheiten in die New Yorker Kunstszene der 1990er Jahre geraten. „Jenseits der lesbischen Vampirin“ (Beyond the Lesbian Vampire) von Sam Tabet untersucht, wie der zeitgenössische Queer-Horror die Figur der „gewalttätigen Lesbe“ neu deutet. „Baldwin: Eine Liebesgeschichte“ (Baldwin: A Love Story) von Nicholas Boggs ist eine James-Baldwin-Biografie, erzählt über seine intimen und künstlerischen Beziehungen. Und „Das Königreich der Jungen / El reino de los varones“ (The Boy Kingdom / El reino de los varones) von Achy Obejas ist ein zweisprachiger Gedichtband über queere Mutterschaft, zwei Söhne und ein mehrsprachiges Familienleben.
Die übrigen Gewinner zeigen ebenfalls, wie breit der Publishing Triangle queere Literatur versteht. „Ich weiß einige Dinge“ (I Do Know Some Things) von Richard Siken ist ein Zyklus von Prosagedichten über Erinnerung, Verlust und Genesung nach einem Schlaganfall. „Die Frau von hier“ (Local Woman) von Jzl Jmz folgt einer Schwarzen Transfrau in Portland durch Proteste, Katastrophen, Liebesbeziehungen und die Suche nach Autonomie. „Stadt der Illusionen“ (Mirage City) von Lev AC Rosen ist ein Kriminalroman über verschwundene Mitglieder der Mattachine Society im Los Angeles der 1950er Jahre. „Wir können niemals fortgehen“ (We Can Never Leave) von H. E. Edgmon ist ein Jugendfantasyroman über fünf junge Wesen, die nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer fahrenden Gemeinschaft zurückbleiben. Und „Was ist queeres Essen?: Wie wir eine Revolution auftischten“ (What is Queer Food?: How We Served a Revolution) von John Birdsall zeichnet nach, wie queere Menschen über Essen, Restaurants und gemeinsame Räume im 20. Jahrhundert Kultur und Solidarität aufgebaut haben.
Nach dem Bericht von Gay City News kehrten viele Reden zu derselben Aussage zurück: Queere Literatur ist heute nicht nur für Sichtbarkeit wichtig, sondern auch für den Schutz von Gemeinschaft, Erinnerung und öffentlicher Stimme. Der Abend endete mit einem Gedenkblock für Autorinnen, Autoren und Aktivistinnen und Aktivisten, die 2025 und Anfang 2026 gestorben sind, darunter Edmund White.
Die Publishing Triangle Awards sind ein jährlicher US-Literaturpreis für wichtige queere Bücher des Vorjahres. Ausgezeichnet werden Belletristik, Sachbuch, Lyrik, Jugendliteratur und Trans-Literatur.
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